Franciscus I. et
Franciscani Immaculatae

Die Kurie gegen Papst Benedikts Anliegen

Montag, 9. Dezember 2013

Wiederholt sich Unheil aus der Kirchengeschichte?

Den Stand der Dinge um die Franziskaner der Immaculata berichtete, am Mittwoch abgedruckt von La Stampa, von Katholisches übersetzt, ein mündiger Laie:
«.. nachdem die Brüder, die dem Charisma der Gründerväter treu sind, abgesetzt und im Eilverfahren versetzt und entfernt wurden und alle jene Brüder befördert wurden, die in den verschiedenen Klöstern rund um den Erdball die „neue“ Linie unterstützen; nachdem ohne ersichtlichen Grund der Generalprokurator Pater Apollonio, Direktor des Theologischen Seminars und Guardian des Klosters Roma-Boccea abgesetzt und nach Portugal versetzt wurde; nachdem Pater Lanzetta von der Lehrtätigkeit am ordenseigenen Priesterseminar entfernt, als Ordensoberer von Florenz abgesetzt und nach Österreich versetzt wurde; nachdem Pater Settimio Manelli und Pater Siano, als Rektor und Vize-Rektor des ordenseigenen Seminars abgesetzt und nach Afrika versetzt wurden; nachdem die beiden durch zwei Brüder der „neuen“ Linie ersetzt wurden, von denen einer noch nicht einmal einen Studienabschluß besitzt; nachdem Pater Budani, der gerade mitten im Abschluß seines Studiums des Kirchenrecht war, von heute auf morgen und ohne Möglichkeit die Studien zu beenden nach Afrika verschickt wurde; nachdem Ordensgründer Pater Stefano Manelli als Generaloberer abgesetzt und exiliert wurde und obwohl er in absolutem Gehorsam allen Anweisungen Folge leistet, sogar seinen engsten Verwandten untersagt wird, ihn zu besuchen, und es ihm verboten ist, Telefongespräche zu führen oder zu empfangen und ihm jeder Kontakt mit der Außenwelt verwehrt wird ...»
Im Juli 1773 ließ Papst Clemens XIV., ein Franziskaner (Konventuale), unterm Druck der Bourbonen den Jesuitenorden auflösen. Der siebzigjährige Ordensgeneral P. Lorenzo Ricci wurde verhaftet und am 23. September 1773, zusammen mit seinen Vertrauten, in der Engelsburg eingekerkert. Dort blieb er, ohne Schuld, ohne jeglichen haltbaren Vorwurf, in strenger Haft, bis im November 1775 starb.
Doch schon am 22. September 1774, einen Tag also, bevor sich die Einkerkerung P. Riccis in der Engelsburg jährte, starb Papst Clemens XIV. Seither hat niemals ein Papst mehr den Namen Clemens angenommen.
Nun trifft es die Franziskaner der Immaculata. Unter Papst Franziskus, einem Jesuiten, durch das Wirken vatikanischer Jakobiner ist der einundachtzigjährige Gründer und Generalminister des Instituts P. Stefano M. Manelli, ohne Schuld, ohne jeglichen haltbaren Vorwurf, praktisch in strenge Haft genommen worden, seine Vertrauten sind zerstreut worden, bevorzugt an Orte, an denen sie ihr Wirken für die Kirche kaum fortsetzen können.
Und es gibt Nachrichten, die Anlaß zur Sorge um das Leben P. Stefano Manellis geben.

Siehe: Die Affaire in trübem neuem Licht

W.H.W

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Orietur Occidens

Papst Franziskus I. — Franziskaner der Immaculata — Bischof Rogelio Livieres Plano

Havarien in der Kirche

Juli — August 2013

Die Franziskaner der Immaculata: Sie widmeten sich dem geistlichen Leben im Sinn des heiligen Franziskus und des heiligen Maximilian Kolbe, hielten strenge Armut, zeigten fruchtbarstes apostolisches Wirken und hatten außerordentlich viele Ordensberufungen.
Der achtzigjährige Gründer und Generalminister, P. Stefano Manelli, wurde, ohne irgendwelche Schuld, ohne jeglichen haltbaren Vorwurf, von der Kongregation für die Institute geweihten Lebens, von Visitatoren und einem Kommissar des Vatikan in einem Verfahren, das keinerlei Rücksicht aufs Kirchenrecht nimmt, sich nur auf den (vorgeblichen) Willen des Papstes beruft, von seinem Amt suspensiert, de facto in strengen Arrest genommen worden, abgeschnitten von Kontakten zur Außenwelt; die im apostolischen Dienst engagiertesten Priester des Instituts wurden kaltgestellt, zerstreut, bevorzugt an Orte, an denen sie ihr Wirken für die Kirche kaum fortsetzen können. Wirkliche Vorwürfe gibt es gegen niemanden von ihnen, nur hohle Phrasen und falsche Vorspiegelungen. Hohle Phrasen: so schrieb der Kommissar am 31. August 2013 den Profeßkandidaten des Instituts eine Botschaft, in dem er als «eine der zentralen Problematiken» des Instituts «Autoreferentialität» nannte1).

Siehe: Die Affaire in trübem neuem Licht

Juli — November 2014

Die Franziskanerinnen der Immaculata und Kardinal Burke: Von Mai bis Juli 2014 fand dann eine Visitation des weiblichen Zweigs des Instituts statt. Das Ergebnis2) waren Vorwürfe der Art wie der, daß sie zuviel beteten. Es folgten erste entsprechende Maßnahmen, wiederum ohne jegliche Rücksicht aufs Kirchenrecht. Die Franziskanerinnen der Immaculata haben daraufhin Einspruch dagegen erhoben bei der Segnatura apostolica; deren Präfekt, Kardinal Burke, hat den Einspruch angenommen3). Bald darauf wurde Raymond Leo Kardinal Burke, einer der drei «großen Kardinäle», die vom früheren Papst Benedikt XVI. in ebendieser Zeit ausdrücklich so genannt4) wurden, als Präfekt der Apostolischen Signatur abgesetzt5), auf einen bedeutungsarmen Posten abgeschoben. Schon zuvor war er offenbar in Ungnade gefallen, im Dezember 2013 aus zwei Kongregationen entfernt worden; irgendwelche Vorwürfe gegen ihn gibt es nicht.

1) El caso de los Franciscanos de la Inmaculada VI. La actuación del Comisario:
¿Sensus ecclesiae, conformismo ideológico o imposición autoritaria?
2) Continúa el atropello a los Franciscanos de la Inmaculada
3) Diario Vaticano / Esilio a Malta per il cardinale Burke
4) La „Evangelii gaudium“ del papa emerito Benedetto
5) Cambio di equipaggio al culto divino. E per Burke Malta è sempre più vicina
Chronik des Unheils

Verleumdungen

—  Montag, 5. August 2013
Der Vatican Insider, der dem «Commissariamento», dem Neuen Regime des Instituts, dem Kommissar also und den von ihm eingesetzten Oberen, nahesteht, berichtet, gibt einem angeblichen Sprecher des Ordens das Wort, dem zufolge Generalminister Pater Stefano Manelli allen Gemeinschaften der Franziskaner der Immakulata die ausschließliche Zelebration im außerordentlichen Ordo des Römischen Ritus befohlen habe, was einer Umfrage nach die «erdrückende Mehrheit» der Angehörigen des Instituts ablehne. Zu dieser Zeit konnte das Institut noch offiziell dementieren: es gebe nur einen legitimen Sprecher des Instituts, der an diesen Aussagen nicht beteiligt war; der Bericht enthält «verleumderische Behauptungen gegen unseren Gründer Pater Stefano Maria Manelli»; die Franziskaner der Immakulata und auch P. Stefano Manelli selber zelebrierten in beiden Formen des Römischen Ritus. Eine Umfrage mit diesem Thema habe es nicht gegeben.
 • „Sie lügen wissentlich“
—  Freitag, 31. Januar 2014
Der Präfekt, Kardinal João Braz de Aviz, und der Sekretär der Kongregation für die Institute geweihten Lebens geben zwei Noten an die Presse des Inhalts, daß die Visitation der Franziskaner der Immaculata angesetzt worden sei, weil 74 % der Mitglieder schriftlich eine Intervention des Heiligen Stuhles für dringlich erklärt hätten. Eine Nachprüfung ergibt: tatsächlich waren es nur 6 %.
 • Curia non immacolata. Nemmeno sa la matematica
  auf Deutsch: • Die Franziskaner der Immakulata und eine „nicht unbefleckte“ Kurie
—  Montag, 3. Februar 2014
Der Netzauftritt des Instituts www.immacolata.com, für den der vom Kommissar eingesetzte neue Generalsekretär verantwortlich ist, brachte die Behauptung, der frühere Generalminister P. Stefano Manelli habe Immobilien des Instituts seiner Familie überschrieben. Erst als die Familie Manelli durch einen Anwalt strafrechtliches Vorgehen androhte, widerrief der Kommissar diese Behauptung.
 • Richtigstellung von Kommissar Volpi nach Anzeige der Familie Manelli
—  Donnerstag, 26. Juni 2014
Einer der beiden Novizen, die bei der Audienz bei Franziskus I. vergeblich versucht hatten, dem Papst ihr Anliegen zu unterbreiten, verließ kurz darauf das Institut. Der Vatican Insider, der dem Neuen Regime des Instituts nahesteht, schrieb, er sei ausgetreten, «weil er sich gegen das Zweite Vatikanische Konzil erklärte.» Bald darauf wurde diese Behauptung aus dem Artikel gestrichen – tatsächlich war der junge Mann ausgetreten, weil er das Neue Regime nicht mehr ertragen konnte.
 • Franziskaner der Immakulata: Tornielli korrigiert Artikel
—  Donnerstag, 12. Februar 2015
Der Apostolische Kommissar, P. Volpi, gesteht vor einem italienischen Gericht seine Lügen und falschen Beschuldigungen gegen den von ihm abgesetzten Generalminister und Gründer des Instituts, P. Stefano Manelli, ein und hat dessen Familie eine Entschädigung von 20.000,-- zu zahlen, die Gerichtskosten zu tragen und in einem Rundschreiben an alle Franziskaner und Franziskanerinnen der Immaculata sowie auf allen Internetsites, über die er verfügt, seine falschen Behauptungen zu widerrufen.
 • Comisario de los Franciscanos de la Inmaculada Volpi
  admite culpa por difamación y mentiras
 • Kommissar Volpi gesteht Verleumdung ein – 20.000 Euro Schadenersatz
—  Mittwoch, 18. Februar 2015
Der Apostolische Kommissar zieht seine Unterschrift unter Geständnis und Vereinbarung zurück.
 • Kommissar Volpis Glaubwürdigkeit –
  Gerichtliche Einigung mit Familie Manelli geplatzt
—  Mittwoch, 1. Juli 2015
Das zuständige italienische Gericht hat definitiv festgestellt, daß es von Seiten P. Stefano Manellis keine Unregelmäßigkeiten gegeben hat, daß die angeblich seiner Familie überschriebenen und auf eine Eingabe des Kommissars hin von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Immobilien rechtmäßig Laienvereinigungen gehören, die den Franziskanern der Immaculata nahestehen, der Mission of the Immaculate Mediatrix, dem Dritten Orden der Franziskaner der Immakulata. Das Gericht ordnete die Rückgabe der Immobilien an die Laienvereinigungen an.
 • Gericht gibt Immobilienbesitz frei – Keine Unregelmäßigkeiten

Schikanen

Neue Schläge gegen Franziskaner der Immaculata:
—  Dienstag, 15. Oktober 2013
 • „Der Weg ins Exil – Säuberungsaktion gegen Franziskaner der Immakulata“
—  Sonntag, 8. Dezember 2013
Der Apostolische Kommissar gibt die Schließung des Priesterseminars des Instituts bekannt:
 • Priesterseminar der Franziskaner der Immakulata:
  Video vom Tag der Schließung
—  Dienstag, 7. Januar 2014:
In Santa Maria Maggiore zelebrierten Franziskaner der Immakulata im extraordinären Usus:
 • Santa Maria Maggiore: Messe im Alten Ritus abgeschafft
—  Donnerstag, 9. Januar 2014
Ein Brief aus dem Inneren des Instituts zeigt die desolaten Verhältnisse dort auf:
 • “Ci vuole il permesso“
—  Donnerstag, 1. Mai 2014
P. Stefano Manelli wollte an seinem Geburtstag beim Grab seiner Eltern am Mutterhaus des Instituts eine Messe zelebrieren. Der Kommissar verbot ihm, seinen Arrest zu verlassen, dahinzufahren.
 • „Kann es so dumme Bösartigkeit überhaupt geben?“
—  Donnerstag, 2. Oktober 2014
Weil sie die Konventsgebäude verlassen haben:
 • Sechs Franziskaner der Immakulata suspendiert „a divinis“
Florierende Klöster werden geschlossen:
—  Montag, 16. Dezember 2013
 • Nach Wiederbelebung folgt der Abbau
  – Kommissar löst Klöster der Franziskaner der Immakulata auf
—  Freitag, 27. Dezember 2013
Der Bischof von Albenga-Imperia, Mons. Mario Oliveri, hatte den Franziskanern der Immaculata die Betreuung mehrerer Kirchen und Wallfahrtsorte übertragen. Er unterstützte aus seelsorglichen Gründen den Antrag der Franziskaner der Immakulata, in seiner Diözese auch weiterhin im Alten Ritus zelebrieren zu dürfen. Nun wurden alle drei Niederlassungen des Instituts in seiner Diözese vom Kommissar geschlossen.
 • Triste Weihnacht für Franziskaner der Immakulata
  – Drei weitere Niederlassungen geschlossen
  • Bekommt traditionsverbundene Diözese Albenga einen Kommissar?
und wiederum:
—  Donnerstag, 18. September 2014
 • Frati F.I: chiuso dai nuovi superiori un altro convento francescano.
  A Benevento.
  auf Deutsch: • Kommissar schließt weiteres Kloster der Franziskaner der Immakulata
—  Montag, 9. Februar 2015
 • Kommissar schließt Kloster der Franziskaner der Immakulata von Teramo

—  Sonntag, 16. November 2014
Der Kommissar taucht bei der Italienischen Bischofskonferenz auf, sucht mit einzelnen Bischöfen ins Gespräch zu kommen, offenbar, um sie zu überreden, keine Franziskaner der Immaculata in den Diözesanklerus aufzunehmen.
 • FFI: „Attento!“ ai transfughi
 • La intervención papal en contra de los Franciscanos
  de la Inmaculada alcanza niveles de locura:
  El Comisionado advierte a los obispos italianos en persona
—  Samstag, 10. Januar 2015
Mons. Mario Oliveri, dem Bischof, der sich so für die Franziskaner der Immaculata eingesetzt hat, hat nun der Papst einen Koadjutor mit Nachfolgerecht zur Seite gestellt – eine unbegründete und bei einem gesunden siebzigjährigen Bischof ungewöhnliche Maßnahme.
 • Päpstliche Säuberungen: Bischof-Koadjutor für Albenga-Imperia ernannt
 – doch der neue Koadjutor mag ein guter Mann sein.

Fruchtlose Begegnungen mit Papst Franziskus

—  Sonntag, 6. April 2014
Die Familie Manelli fand Gelegenheit, mit Papst Franziskus zu sprechen:
 • Papst Franziskus trifft unerwartet auf die Franziskaner der Immakulata
—  Dienstag, 24. Juni 2014
Papst Franziskus empfängt Franziskaner der Immakulata; sie dürfen aber nicht zu Wort kommen:
 • Papst trifft Franziskaner der Immakulata und kennt weder Recht noch Gnade
 • Non audiatur et altera pars:
  Papst Franziskus und die Franziskaner der Immakulata

Ein ausführlicher Gesamtüberblick

—  Mittwoch, 3. Dezember 2014
 • El caso de los Franciscanos de la Inmaculada VII.
  Objetivo final: la destrucción de la Orden

Das Ende des Wirkens des Kommissars

—  Mittwoch, 29. April 2015
Der Kommissar erleidet eine Apoplexie, ist nicht mehr imstande, seine Aufgaben auszuüben.
—  Montag, 18. Mai 2015
 • Se ha clausurado la „era Volpi“
—  Sonntag, 7. Juni 2015
Der Kommissar, P. Fidenzio Volpi, stirbt an den Folgen der Apoplexie.
—  Dienstag, 30. Juni 2015
P. Sabino Ardito wird zum neuen Kommissar ernannt. Ihm werden, anders als seinem Vorgänger, zwei Koadjutoren zur Seite gestellt, Kirchenrechtler:
 • Neuer Kommissar der Franziskaner der Immakulata: P. Sabino Ardito SDB
—  Montag, 6. Juli 2015
P. Serafino Lanzetta, einer der angesehensten Theologen und Seelsorger aus den Reihen der Franziskaner der Immakulata, der im Herbst 2013 vom Kommissar P. Fidenzio Volpi in ein Kloster in Tirol versetzt worden war, wo er die Landessprache nicht verstand, wurde nun zum Pfarrer einer Pfarrei in England ernannt, in der ihm die Gelegenheit gegeben ist, die Gottesdienste im ordentlichen und im außerordentlichen Ordo gleichermaßen zu zelebrieren:
 • Exilierung von Pater Lanzetta zu Ende
—  Freitag, 6. November 2015
Am 28. September 2015 traf sich einer der neuen Kommissare mit den Franziskanern der Immaculata. Das Treffen sollte geheim bleiben, doch einer der Teilnehmer berichtete Maurizio Blondet davon; der veröffentlichte einige Détails.
Der Kommissar teilte den Franziskanern der Immaculata einige Anordnungen mit:
 ◊ Keinem Mitglied des Instituts werde es erlaubt, den Orden zu verlassen, um sich etwa als Weltpriester bei einer Diözese inkardinieren zu lassen – also, so merkt Maurizio Blondet an, dürfen sie weder dem Geist des Gründers wie auch den gesunden Überlieferungen des Institutes folgen (wie das II. Vaticanum es fordert: Dekret „Perfectae Caritatis“ 2. b) ), franziskanisches Leben nämlich in der Spiritualität des heiligen Franziskaners P. Maximilian Kolbe, des Märtyrers von Auschwitz, führen, noch dürfen sie den Orden verlassen. Nur sich mit päpstlicher Erlaubnis laïsieren lassen und heiraten dürften sie.
 ◊ Sie haben aus ihren Statuten das Marianische Gelübde zu entfernen, welches der Lebensregel des heiligen P. Maximilian Kolbe entspringt.
 ◊ Überhaupt dürfen sie nicht mehr vom heiligen P. Maximilian Kolbe sprechen oder sich auf ihn beziehen.
 • Involontaria ammissione di El Papa a quelli che perseguita.

 

Ein Kuriendekret, das sich selbst aufhebt

—  Freitag, 6. November 2015
Ein kürzlich erlassenes Dekret der Kongregation für die Institute geweihten Lebens wurde jetzt öffentlich gemacht:
prot. n. 52741/2012
prot. n. 25036/2012
DEKRET
Aufgrund glaubwürdiger Hinweise bezüglich eines privaten Gelübdes (oder Versprechens) des besonderen Gehorsams, das von einigen Ordensmännern und Ordensfrauen gegenüber dem Gründer abgelegt wurde, das über das allgemeine Gelübde des Gehorsams gegenüber den Oberen hinausgeht, hat sich dieses Dikasterium beeilt, das Problem dem Heiligen Vater zur Kenntnis zu bringen, von dem es das Mandat erhalten hat, und jede notwendige Sonderbefugnis, diesbezüglich einzugreifen.
Daher
entbindet
die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens in Durchführung dieses Mandats zum Wohl der Seelen alle Ordensangehörigen der Franziskaner der Immakulata und der Franziskanerinnen der Immakulata, und alle eventuell mit diesen Instituten Verbundenen, vom privaten Gelübde (oder Versprechen) eines besonderen Gehorsams gegenüber dem Gründer/den Gründern.
Folglich bestimmt sie, daß dieses Gelübde oder Versprechen in Zukunft weder in der bisher praktizierten Form noch in irgendeiner anderen Form abgelegt werden darf.
Zudem verliert jedes Dokument, sollte ein solches existieren, seinen Wert, in dem auf irgendeine Weise Bezug auf das hier genannte Gelübde (oder Versprechen) genommen wird.
...

Wider alles Anderslautende
Erlassen vom Vatikan, am 19. Oktober 2015.

Joao Braz Card. de Aviz
Präfekt

+ José Rodriguez Carballo OFM
Erzbischof Sekretär

Abgesehen davon,
daß hier eine einzelne Kongregation einem Dekret Geltung gegen alles Anderslautende («Nonostante qualsiasi cosa in contrario»), von wem auch immer erlassen, verleihen will;
daß hier eine Kongregation – nicht etwa der Papst – von einem Gelübde (oder Versprechen) entbindet;
daß die Kongregation hier in den Privatbereich – es handelt sich wahrscheinlich doch um ein privates Versprechen, ein Versprechen, gegen dessen Inhalt das Dekret nichts einwendet – eingreift;
abgesehen von all dem hebt das Dekret sich selbst auf: «.. perde ogni valore, qualora esistesse, ogni documento nel quale in qualsiasi modo si faccia riferimento al documento (o promessa) qui in oggetto».
In diesem Dekret wird «auf das hier genannte Gelübde (oder Versprechen)» Bezug genommen; folglich verliert es allen Wert.
Faksimile des Dekrets
—  Dienstag, 17. November 2015
Das «Gelübde (oder Versprechen)» scheint ein haltloses Gerücht zu sein:
 • Testimonianza di Suor Maria Eucaristica Lopez (nº 8.)

 

Gegen die Franziskanerinnen der Immaculata:

—  Donnerstag, 15. Januar 2015
Gegen die Franziskanerinnen der Immaculata erheben die neuernannten Verantwortlichen nun konkrete Vorwürfe:
 ◊ Die Schwestern verstünden nicht, was sie beten – was sich auf die lateinische Sprache ihrer Gebetsstunden bezieht; das II. Vaticanum hatte angeordnet, der Gebrauch der lateinischen Sprache solle bewahrt werden (Sacrosanctum concilium, 36. § 1).
 ◊ Die Praxis der Armut, so wie die Schwestern sie leben, sei unangebracht – sie entspricht der Regel des heiligen Franciscus.
 ◊ Die Schwestern würden in Unwissenheit gehalten – das meint die mangelnde Unterrichtung in Gender-Theologie.
 ◊ Das vierte, marianische Gelübde der Schwestern sei unzulässig, da man nicht der Jungfrau gehorchen müsse, sondern Gott – dieses vierte Gelübde entspringt der Lebensregel des heiligen P. Maximilian Kolbe. Was ist da die Sorge der Kommissarin? daß etwa die heilige Jungfrau etwas anderes wollte als Gott? Bemerkenswert ist, daß die Jesuiten ein viertes Gelübde ablegen, das sie zu bedingungslosem Gehorsam dem Papst gegenüber verpflichtet.
Jedenfalls ließ die designierte Kommissarin zu einer Besprechung mit den Schwestern ein Bild der Gottesmutter vom Tisch entfernen.
 • Acusan a las Franciscanas de la Inmaculada por rezar en latín,
  ser pobres, ignorar la teología de género y su voto mariano
—  Freitag, 6. November 2015
In der Folge der Apostolischen Visitation wurde nun den Franziskanerinnen der Immaculata eine Päpstliche Kommissarin mit unbegrenzten Vollmachten vorgesetzt – Vollmachten bis hin zur vollständigen Revision von deren Konstitution, dies allerdings nur mit der (für die Konstitution eines geistlichen Instituts selbstverständlich notwendige) Approbation des Heiligen Stuhls.
Der Grund: Den Franziskanerinnen der Immaculata sei es «nicht gelungen, sich angemessen anzupassen und ... die Reichtümer der Konzilslehre und des darauffolgenden päpstlichen Lehramtes über das geweihte Leben anzuwenden.»
Konzilslehre aber ist (Dekret „Perfectae Caritatis“ 2. b) ): «Es ist der Kirche zum Nutzen, daß die Institute ihre Eigenart und ihre besondere Aufgabe (peculiarem suam indolem ac munus) haben. Darum sind der Geist und die eigentlichen Absichten der Gründer (Fundatorum spiritus propriaque proposita) wie auch die gesunden Überlieferungen, die zusammen das Erbe jedes Institutes ausmachen, treu zu erforschen und zu bewahren.»
Nun haben die Franziskanerinnen der Immaculata Geist und eigentliche Absichten der Gründer, sowohl des heiligen Franziskus als auch des Gründers des Instituts, P. Stefano Manellis – ohne Zweifel treu bewahrt – und eben das (so das Marianische Gelübde) ist ihnen von der Visitatorin vorgeworfen worden, den Franziskanern der Immaculata einige Wochen zuvor (s.o.) untersagt worden.
Faksimile des Dekrets p. 1 / p. 2
• Breaking news: le Francescane dell'Immacolata commissariate, per un puro reato di opinione •

Autoreferentialität 

— welch sonderbarer Vorwurf gegenüber den Franziskanern der Immaculata und ihren Gründern, gegenüber Männern, die sich apostolischem Wirken widmeten und dabei reiche Ernte einbrachten! Sinnvoll «autoreferentiell» nennen könnte man etwa den paraguayischen Episkopat, der einen Bischof vertreibt, welcher sich der Behäbigkeit, der Konkursverwaltermentalität der übrigen Bischöfe entzieht und geistliches Leben anregt, Menschen für die Kirche, Männer fürs Priesteramt gewinnt.
Aber gegen die Fanziskaner der Immaculata, die selber intensives geistliches Leben und fruchtbares apostolisches Wirken an den Tag legten, ist dieser Vorwurf unsinnig.

– ♦ –

Juli — September 2014

Mons. Rogelio Livieres Plano: Er wurde 2004 Bischof von Ciudad del Este, «einer moribunden Diözese»1). Er erwies sich als ein «vorbildlicher Bischof»2), entfaltete fruchtbares apostolisches Wirken und setzte sich für die Benachteiligten ein. Unter seiner Ägide wurde das geistliche Leben in seiner Diözese erneuert, viele Menschen wurden gewonnen, die Zahl der Priesterberufungen vervielfältigte sich. Er gründete ein Priesterseminar – bis dahin gab es, kirchenrechtswidrig, in ganz Paraguay nur ein Seminar –; am Ende seiner Amtszeit gab es dort mehr Priesteramtskandidaten als im ganzen übrigen Land (obwohl nur ein Achtel der Katholiken des Landes in dieser Diözese lebt), dreimal soviel Priesteramtskandidaten wie es zu Anfang seiner Amtszeit Priester in der Diözese gab3), das sind mehr als achtmal so viel wie in der Erzdiözese Buenos Aires, in der es weit mehr als dreimal soviel Katholiken gibt. In unüblicher Treue zum Konzil (Conc. Trident. Sessio XXIII: Doctrina de sacramento Ordinis, Cap. 2. und Canones) spendete er ihnen auch die Niederen Weihen.
Was da geschehen zu sein scheint: einige Priester der Diözese und einige benachbarte Bischöfe, unter ihnen sein Metropolit, der Erzbischof von Asunción, nahmen Anstoß an der geistlichen Neubelebung in der Diözese; sie ersuchten Papst Benedikt um eine Intervention – der aber bestärkte statt dessen Bischof Rogelio in seinem Bemühen. Einen Papst später gelang den Opponenten des Bischofs, einen Hebel zu finden, den sie gegen den Bischof ansetzen konnten.
Ein Priester, P. Carlos Urrutigoity, war einstmals in den USA der Pädophilie beschuldigt worden, doch die Beschuldigungen erwiesen sich als haltlos; darum wurde nicht einmal Anklage erhoben – es gab keine Opfer, nicht einmal angebliche (eine einzige Anzeige war in den USA angenommen worden, dabei ging es nicht um jemand Minderjährigen, das Verfahren wurde nach ersten Ermittlungen gleich wieder eingestellt). Dieser Priester kam dann nach Ciudad del Este, wurde dort inkardiniert, erwarb sich großes Ansehen, wurde schließlich Generalvikar. Doch die Beschuldigungen – nach wie vor ohne Belege und ohne irgendwelche benennbaren Opfer – wurden von Gegnern des Bischofs wieder aufgenommen, sogar vom Erzbischof von Asunción. Nun aber ahnte Bischof Rogelio, was kommen sollte, entband P. Urrutigoity seines Amtes und teilte ihm eine Aufgabe zu, mit der er weniger im Rampenlicht stand. Den Erzbischof aber beschuldigte er nun im Gegenzug öffentlich der Homosexualität; das Generalsekretariat der Bischofskonferenz von Paraguay verlangte von ihm darauf einen Widerruf, nicht aber der Vatikan, der wohl schon länger den gleichen Verdacht hegte.
Diese Geschehnisse sind bis heute in einem „Resumen explicativo de la visita apostólica“ auf dem offiziellen Netzauftritt der Diözese Ciudad del Este dargestellt (in fünf Sprachen, leider nicht auf Deutsch); dieses Resumé wurde auch von Sandro Magister wiedergegeben4).
Nichtsdestoweniger wurde eine Apostolische Visitation angesetzt, die Ende Juli 2014 stattfand. Schon während der Visitation zeigte «die Mehrheit des gläubigen Volkes»4) dem Bischof seine Unterstützung. Doch zwei Monate später wurde er abgesetzt1). Schriftliche Informationen über die Visitation wurden ihm nicht zugänglich gemacht, so daß er sich nicht verteidigen konnte; seine Absetzung wurde öffentlich verkündet, bevor er selber darüber informiert worden wäre. Zu dieser Zeit war er gerade in Rom, doch zum Papst vorgelassen wurde er nicht.
Wirkliche Vorwürfe gegen ihn gibt es nicht, nur Andeutungen, die auf längst erledigte Vorwürfe anspielten: auf die fingierte Affaire um P. Urrutigoity, auf vorgebliche finanzielle Unkorrektheit – der Bischof erklärte unwiderlegt, er habe alles zur Verfügung stehende Geld «bis zum letzten Céntimo»1) der Diözese zugewandt.
Hätte der Vatikan ihm üble Nachrede gegen seinen Metropoliten vorzuwerfen gehabt, hätte er das ausdrücklich feststellen müssen, vom Bischof einen Widerruf verlangen müssen. Das aber ist nicht geschehen. Statt dessen ließ man der Erzbischof noch vor Bischof Rogelios Absetzung in Pension gehen.
Was an offizieller Begründung der Absetzung bleibt, ist das «höhere Wohl der Einheit der Kirche von Ciudad del Este und der bischöflichen Gemeinschaft von Paraguay». «Einheit der Kirche von Ciudad del Este»: Die Gläubigen der Diözese, Klerus und Volk, sind sich einig im Entsetzen über die Absetzung ihres Bischofs. Acción litúrgica veröffentlichte den Brief eines Klerikers der Diözese5); darin heißt es: «Die Sünde von Mons. Livieres waren nicht die schlechten Sachen, die er hätte tun können, sondern die guten, die die Mittelmäßigkeit und Sterilität offenlegten, die sich überall im paraguayischen und, es ist klar, im argentinischen Klerus und Episkopat ausbreiten.»
«Einheit der bischöflichen Gemeinschaft von Paraguay» hieße demnach, daß «Mittelmäßigkeit und Sterilität» der übrigen Bischöfe nicht durch geistliches Engagement und geistliche Fruchtbarkeit eines Bischofs offengelegt werden dürfen.

1) Destitución del Obispo de Ciudad del Este
2) Monseñor Rogelio Livieres, ejemplar obispo
3) Berufungsboom durch Alte Messe in Paraguay – Papst Franziskus ordnet Visitation an
4) Resumen explicativo de la visita apostólica;
auch in: Il vescovo destituito in Paraguay. La parola alla difesa
5) Carta desde Ciudad del Este

 

Das irdische Ende
—  April 2015
Mons. Rogelio Livieres Plano wird, ein medizinischer Notfall, zur Behandlung nach Buenos Aires gebracht.
—  Freitag, 14. August 2014
Der Bischof stirbt im Alter von 69 Jahren in einem Krankenhaus in Buenos Aires.
 • Fallece Mons. Rogelio Livieres
R. I. P.
—  Sonntag, 30. August 2015
Aber sein Werk geht weiter: sein Nachfolger, Mons. Guillermo Steckling, hat in einer Pfarrei (!) einen Diakon im überlieferten Ritus zum Priester geweiht.
 • Ordenación en Paraguay

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November 2014

Ein Papst, der nichts erfährt

Franziskus I. ist der Papst, der sich einsetzt für soziale Gerechtigkeit, der fordert, das Glaubensgut zu bewahren, der eine Verbesserung der Praxis des Friedensgrußes anordnen läßt, der wirkliche Gegner des Glaubens exkommunizieren läßt – einen australischen Priester auf Abwegen, die Mitbegründerin von „Wir sind Kirche“ mitsamt ihrem Ehemann.
Und es wäre derselbe Papst, der mit US-amerikanischen Sektenpastoren und Teleevangelisten freundschaftlich verkehrt, darunter auch solchen, die eine Theologie des Wohlstands verkünden – wer gläubig werde, werde dann auch reich1). Es wäre derselbe Papst, der die fünfhundert Mitarbeitern der Elemosineria apostolica, denen im April 2014 zum 1.I.2015 ihr Vertrag aufgekündigt worden war und die deswegen an ihn einen Bittbrief geschickt hatten, sie und ihre Familien doch nicht in Armut zu stürzen, immer noch keiner Antwort gewürdigt hat2).
Papst Franziskus ist Jesuit, regiert wie ein Oberer seines Ordens: in «monokratischer, zentralistischer Form», so Sandro Magister3). In seiner Ansprache4) zum Abschluß der Bischofssynode führt er das Kirchenrecht an: er erklärt, daß er «oberster Hirt und Lehrer aller Gläubigen» (can. 749) sei und über eine «Macht» verfüge, die «die höchste, vollständig, unmittelbar und universal in der Kirche ist» (can. 331-334). Und als er einige Franziskaner der Immaculata empfängt, zitiert er ihnen gegenüber S. Ignatius von Loyola – als wolle er alle Ordensangehörigen (oder gar alle Katholiken?) – quasi zu Jesuiten machen: «Wir müssen, um in allem sicher zu gehen, stets festhalten: was meinen Augen weiß erscheint, halte ich für schwarz, wenn die hierarchische Kirche so entscheidet» (der Papst fordert von den Franziskanern der Immaculata also – ein Paradoxon – Gehorsam gegenüber jenen Oberen, die eingesetzt worden sind auf den Druck der kleinen Zahl von Brüder hin, welche, statt ihren legitimen Oberen gehorsam zu sein, rebelliert hatten).
Während der heilige Benedikt einerseits strikten Gehorsam dem Abt gegenüber verlangt, andererseits aber vom Abt fordert, in allen Angelegenheiten den Rat der Brüder einzuholen und zu berücksichtigen, in wichtigen den des ganzen Konvents (Regula cap. 3), sieht der heilige Ignatius die «Vorhersehung mittels des Oberen» wirken, er fordert ihm gegenüber ausdrücklich «blinden Gehorsam», «perinde ac cadaver» (Constit. § 547).
Demgemäß stellt Papst Franziskus alle Kollegialität, alle institutionell geordnete Beratung beiseite. So ist die Italienische Bischofskonferenz «gleichsam annihiliert», so Sandro Magister5). Die jüngste Begebenheit: bisher ernannte der Papst als nomineller Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz deren Generalsekretär auf Vorschlag des geschäftsführenden Vorsitzenden; jetzt aber erfuhr dieser, noch von Benedikt XVI. ernannt, von der Ernennung des neuen Generalsekretärs aus den Medien.
Doch indem sich der Papst den normalen Wegen der Beratung entzieht, kommen andere Berater zum Zuge. Das hat es in der Geschichte des Vatikans des öfteren gegeben: Männer, denen der Papst blind vertraut, führen Regie – und das nur allzu oft nicht zum Nutzen der Kirche. Da war der schließlich zum Kardinal avancierte Niccolò Coscia unter Benedikt XIII., da waren der Franziskaner P. Bontempi und der Geschäftsmann Niccolò Bischi unter Clemens XIV., da war der päpstliche Barbier Moroni unter Gregor XVI. Nun scheint es eine Camarilla zu sein, die mit der Kongregation für die Institute des geistlichen Lebens verbunden ist, eine Camarilla, deren Wirken taoistisch anmutet.
Dieser Camarilla nun gelingt es, den Zugang derer, denen sie mißgünstig ist, zum Papst zu unterbinden, so daß der unwissend bleibt. So hat Franziskus für manche Positionen «Personen ernannt, die die lebendige Verneinung seines Programms der Reinigung und der Reform der Kurie sind.» Und er hat an ihnen festgehalten allen Hinweisen zum Trotz, Hinweisen «auch von Seiten integerster und glaubwürdigster Kirchenmänner», so Sandro Magister3).
Papst Franziskus empfing schließlich einige Franziskaner der Immaculata6), sorgsam ausgewählte «gehorsame Brüder». Zuvor wurden sie instruiert, wie sie sich zu verhalten hatten: «keine spontanen Fragen, ergebenes Zuhören». Was der Papst zu ihnen sagte, zeigt, daß er zwar in groben Zügen unterrichtet war, aber ein völlig verzerrtes Bild von der Situation hatte:
1. Der Papst ermahnte «die Brüder arm zu sein, mehr noch, wie „Zigeuner“ zu leben.» Nun waren es gerade die Franziskaner der Immaculata unter ihren alten Oberen, die sehr streng franziskanische Armut lebten. Die Ermahnung des Papstes klingt nach Vorwürfen, die unter der Ägide des Kommissars gegen P. Stefano Manelli erhoben worden waren, nach einer strafrechtlichen Anzeige zurückgezogen worden, aber immer noch im Schwange sind. Sandro Magister1) bemerkt, daß der Papst den US-amerikanischen Teleevangelisten, die er empfangen hat, die eine Theologie des Wohlstands verkünden, eine Predigt über die Armut erspart habe.
2. «Die Franziskaner der Immakulata seien von „Vorgaben“ des Motu proprio Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI. abgewichen»; «Der Papst habe das Recht, im Alten Ritus zu zelebrieren, nur deshalb eingeschränkt, um zu klären, ob es tatsächlich unter den vorigen Oberen irgendeinen Zwang gegeben habe. ... Sobald garantiert war, daß die Entscheidung für die Form dieses Ritus in Freiheit erfolgt, hätte der Kommissar den Alten Ritus wieder generell für den Orden zu genehmigen gehabt.» Die Wirklichkeit: vom Motu proprio abgewichen waren niemals die alten Oberen des Instituts, sondern nur der Kommissar und seien Leute; zuvor hatten die Brüder nicht nur die volle Freiheit, in beiden Ordines zu zelebrieren, sie nutzten sie auch ausgiebig in beider Weise6). Nunmehr aber ignorierte der Kommissar meistens die Bitten, im außerordentlichen Ordo zelebrieren zu dürfen.
3. Als einer der Brüder entgegen den Vorgaben den Papst anzusprechen wagt: «Es ist nicht wahr, daß Pater Manelli gegen den Papst und gegen die Kirche ist. Er bittet einfach nur demütig angehört zu werden, um auch seinen Standpunkt zur Sache darlegen zu können», da antwortet der Papst, «daß die Türen von Santa Marta auch für die Gründer offen stehen.» Dann griff einer der vom Kommissar ernannten neuen Oberen ein, «drängte sich sofort an das Ohr des Papstes und empfahl ihm, den Worten des jungen Bruders keinen Glauben zu schenken.» Die Wirklichkeit ist, daß P. Manelli faktisch unter Hausarrest steht, selbst Telephonate ihm untersagt sind. Wie rigoros solche Maßnahmen durchgesetzt werden, zeigte sich kürzlich, als sechs Franziskaner der Immaculata die Gebäude ihres Konvents verließen: sie wurden sogleich a sacris suspendiert.
Über Ciudad del Este und ihren Bischof wußte Papst Franziskus sicherlich mehr als über die Franziskaner der Immaculata – die Stadt liegt etwa 1.300 km entfernt von Buenos Aires, seinem früheren Bischofssitz – eine für südamerikanische Verhältnisse nicht sehr große Entfernung. Und Mons. Rogelio Livieres Plano ist Argentinier.
Doch gegen den Bischof wabern nach wie vor eigentlich längst widerlegte Vorwürfe, wegen der vorgeblichen Päderastie seines zeitweiligen Generalvikars, wegen vorgeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten. Bemerkenswert ist, daß gegen den Gründer und Generalminister der Franziskaner der Immaculata ganz ähnliche, ebenso unbegründete wie anscheinend unausrottbare Anwürfe wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten verbreitet wurden – darin läßt sich die Handschrift der Camarilla um Papst Franziskus erkennen. Als Mons. Rogelio Livieres Plano als Bischof von Ciudad del Este abgesetzt wurde, wurde er nicht einmal zum Papst vorgelassen; so bekam der Papst keine Gelegenheit, die Sache aus einer anderen Sicht als aus der seiner Vertrauten kennenzulernen.
Ich versuche nun, mir vorzustellen, Petrus hätte Paulus als Heidenapostel (Gal. 2, 9) abgesetzt, ohne ihn überhaupt zu sich vorzulassen.

1) L'amico segreto di Francesco a Caserta
2) Toni Negri in Vaticano, ma i licenziati nessuno li ascolta
3) Molto accentratore e poco collegiale. I vescovi lo vedono così
4) Il sinodo tira le somme. E Francesco dice che cosa non gli è piaciuto
5) L'ultimo papa re
6) Non audiatur et altera pars

W.H.W

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen P. Stefano Manelli

Freitag, 26. Februar 2016

Die Affaire in trübem neuem Licht

Von Mißhandlungen und sexuellen Übergriffen ist die Rede. Es ist zu einem Kampf gekommen von Beschuldigungen und Gegenbeschuldigungen, von Anzeigen und Gegenanzeigen. Von außen ist es kaum möglich, die Stichhaltigkeit der Beschuldigungen zu beurteilen. Erschwert wird die Beurteilung dadurch, daß darüber ausführlich berichtet wird in Winkeln des Netzes, die den Franziskanern der Immaculata nicht wohlgesonnen sind, während manch bewährte Seite schweigt.
Eine gute Übersicht: FRATI FRANCESCANI DELL'IMMACOLATA COMMISSARIATI. Speciale sempre aggiornato •
Aber ein hervorragender Autor wie Pietro C. sieht die Nachrichten jedenfalls als «beunruhigend» an.
Überhaupt erscheint ihm die Spiritualität in sehr ungünstigem Licht:
«Il livello “carnale” di religiosità impone approcci di tipo assai grossolano in cui il singolo, credendosi come Gesù Cristo, vuole sacrificarsi e soffrire per redimere il mondo. Questa concezione idealistica produce mostri. Non di rado ci sono state applicazioni religiose molto deviate, soprattutto in certe congregazioni religiose. L’ultima pare riscontrarsi nei “Francescani dell’Immacolata”, un’istituzione nella quale, almeno fino a poco tempo fa, ci si doveva flagellare e si imponeva al proprio corpo umiliazioni di ogni sorta in vista di una presunta santificazione. Ultimamente pare siano uscite notizie pure più inquietanti (vedi qui).
Io stesso, mio malgrado, venni a contatto di un ex novizio di questa congregazione il quale fuggì perché, in uno stile del genere, la sua salute fu messa seriamente a repentaglio. Nonostante ciò, questa congregazione è da alcuni considerata ingiustamente “perseguitata” e i suoi aderenti sono dipinti come dei perfetti religiosi, quando io preferirei soppesare ogni singolo caso e persona. Certo un’istituzione nella quale si esalta il dolorismo e lo psichismo religioso (che i padri antichi e l’ascetica antica condannavano chiaramente), non depone assolutamente a favore di essa.»
Das läßt das Vorgehen der Kommissare in mancher Hinsicht in einem etwas anderen Licht erscheinen als zuvor – aber nur in mancher Hinsicht.
Auch falls Vorwürfe gegen den Gründer des Instituts richtig sind:
Rechtlichkeit: Die Art des Vorgehens gegen ihn persönlich und gegen das ganze Institut ohne rechtliches Verfahren, ohne ausdrückliche Beschuldigungen, die – audiatur et altera pars – die Voraussetzung wären für rechtliches Gehör, bleibt unhaltbar. Und die Verleumdungen bleiben Verleumdungen.
Maßnahmen gegen P. Stefano Manelli: Eine Schikane wie das Verbot, an seinem Geburtstag das Grab seiner Eltern zu besuchen, ist menschlich (geschweige denn christlich) kaum annehmbar – selbst verurteilten Verbrechern wird, hierzulande jedenfalls, Ausführung oder Ausgang aus der Haft gewährt.
Maßnahmen gegen einzelne andere Angehörige des Instituts: Das gleiche gilt erst recht für das Vorgehen gegen Patres, gegen die (bisher jedenfalls) keinerlei Vorwürfe bekannt sind.
Maßnahmen gegen das ganze Institut: «I frati, non tutti sono colpevoli» schreibt auch Edoardo Izzo im dem Institut nicht freundlich gesonnenen Faro di Roma. Die Maßnahmen, die alle betreffen, sind demnach ungerechtfertigt – zumal sie sich zunächst gegen den männlichen Zweig richteten, während die nun öffentlich gemachten Vorwürfe dem Gründer und dem weiblichen Zweig gelten.
Die Kernfrage ist: gibt es eine gesunde geistliche Basis für das Institut oder ist es, ungeachtet der Unschuld einzelner Angehöriger, dem Geist geweihten oder apostolischen Lebens von Grund auf zuwider. Im letzteren Fall muß man das Institut auflösen, im ersteren Fall den unschuldigen Angehörigen ermöglichen, es geistlich neu zu beleben. Das Institut bestehen zu lassen, den Brüdern zu verbieten, auszutreten, ihnen aber zu verwehren, ihrer Berufung gemäß zu leben: das ist auf jeden Fall Unrecht.

W.H.W

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